Brände beschäftigen Gerabronner Wehr 2017

Investitionen in den Teilorten nahezu abgeschlossen

 

Die Freiwilligen Feuerwehr Gerabronn wurde 2017 zu 54 Einsätzen gerufen.  Dabei waren die 101 Feuerwehrmänner und –frauen 1500 Stunden im Dienst.

Besonders beschäftigten die Wehr in diesem Jahr einsatzintensive Brände. Im April unterstützten die Gerabronner Kräfte die Nachbarwehr Blaufelden bei einem Großbrand auf einem landwirtschaftlichen Betrieb. Im Sommer stand eine Feldscheune bei Gerabronn im Vollbrand und zum Jahresende eilten die Einsatzkräfte zu zwei Bränden in den alten, dicht bebauten Ortskern von Gerabronn.

Beim ersten Einsatz brannte ein mehrere Meter langer Holzstapel in einem schmalen Durchgang zwischen einem Wohnhaus und einer Scheune. Das Feuer fraß sich in die Dächer der beiden Gebäude. Dem leichten Schlaf des Eigentümers war es zu verdanken, dass er das Feuer rechtzeitig bemerkte. So konnten die Atemschutztrupps mit Unterstützung der Drehleiter noch rechtzeitig einen größeren Schaden verhindern. Nicht mehr zu retten war beim zweiten Brand ein Wohnhaus. Allerdings konnte ein Übergreifen des Feuers auf die dicht angrenzenden Nachbarhäuser verhindert werden. Kommandant Matthias Trumpp hob die gute Zusammenarbeit der Feuerwehren aus Blaufelden, Schrozberg und Gerabronn bei diesen beiden Einsätzen hervor.

Entgegen dem Trend, investierte die Stadt in den letzten Jahren in die Gerätehäuser aller vier Abteilungen, die neu gebaut oder um Anbauten ergänzt wurden. Mit dem Einzug der Abteilung Michelbach in Ihr neues Gerätehaus im Dezember fand die Runderneuerung bei der Gebäudeausstattung ihren Abschluss. Mit der geplanten Auslieferung des Fahrzeugs für die Abteilung Michelbach im Sommer diesen Jahres, stehen den Abteilungen Amlishagen, Dünsbach und Michelbach dann auch moderne Einsatzmittel zur Verfügung. Dass dieser Weg der richtige ist so Trumpp, zeigten nicht nur die beiden letzten Brandeinsätze, wo die Einsatzkräfte der Teilorte auf Grund ihrer Ausstattung effektiv eingesetzt werden konnten. Die Einheiten der Abteilungskommandanten Sven Dittes, Heiko Guttknecht und Frieder Reingruber arbeiteten insgesamt 20 Einsätze ab. Auch personell verstärken sie die Gesamtwehr mit 60 Prozent der Einsatzkräfte.

In Gerabronn hingegen sind in den nächsten Jahren noch Investitionen erforderlich. Ein erster Schritt ist bereits mit der Ausschreibung des Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF20 getan. Da der Altersdurchschnitt der Führungskräfte recht hoch liegt, wurde begonnen junge Nachfolger an der Landesfeuerwehrschule auszubilden. Diesen werden im kommenden Jahr noch weitere folgen.

Zu den Highlights der 15 Jungs und Mädchen der Jugendfeuerwehr zählten Zeltlager, Ausfahrten und der gemeinsame Berufsfeuerwehrtag  mit Nachbargruppen, so  Jugendwart Christian Schmidt.  Kinderfeuerwehrwart Ralf Lobpreis betreut mit seinem Team aktuell 18 Kinder im Alter von 5 – 10 Jahren. Vier Mitglieder der Jugendabteilung wechselten in die Einsatzabteilung. Bemerkenswert ist, dass zwei davon schon in der Kindergruppe begonnen haben. Axel Donath berichtet über 11 Senioren in der Altersabteilung.

Christian Mauch sprach in seiner ersten Rede als Bürgermeister die gute  überörtliche Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren an, und dass sich das Konzept zur Einbindung der Teilortwehren als praktisch erweist. Er danke den Mitgliedern für Ihren freiwilligen Dienst und bat darum, diesen Dank auch an die Lebenspartner weiterzugeben. Denn ohne diese Freiwilligkeit würde es die Feuerwehr in dieser Form nicht geben. Die Stadtverwaltung wird dieses Engagement mit den entsprechenden Investitionen unterstützen.

Kreisbrandmeister Vogel bescheinigte den freiwilligen Feuerwehren im Landkreis eine beeindruckende Leistungsbilanz. Es werde der gleiche Service geboten wie in einer Großstadt. Man biete hier ein sehr breites Angebot, was mit hauptamtlichen Kräften nicht finanzierbar wäre, welches es aber auch zu erhalten gilt. Seiner Ansicht nach ist diese Freiwilligkeit beeindruckend und bei weitem kein Selbstverständnis. Er forderte dazu auf, Bürger mit Migrationshintergrund integrieren, dies schaffe Verständnis für die Freiwilligkeit.

Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Alfred Fetzer prangerte die häufiger werdenden Aggressionen gegenüber Einsatzkräften an. Er rief die Politik dazu auf, etwas gegen die zunehmend verlodernde Gesellschaft zu tun, die immer öfter gegenüber Rettungskräften oder auch der Polizei verbal entgleist oder auch handgreiflich wird. Es könne nicht sein, dass Helfer abgehalten werden einem in Notlage geratenen Mitbürger zu helfen.

Gerhard Braun,  Obmann der Altersabteilungen stellte die SOS Dose vor. Im Kühlschrank abgestellt, liefere sie bei Notfällen mit Senioren den Rettungskräften nützliche Informationen zu einem Notfall- und Impfpass, Medikamentenplan oder einer Patientenverfügung.