Auch in Gerabronn ist es so, dass die Menschen darauf bauen, dass ihnen bei Bränden, Unfällen und anderen Unglücken ihre Mitbürger ehrenamtlich als Feuerwehrleute zu Hilfe eilen. Da es gar nicht so einfach ist, dafür Freiwillige zu finden, haben die Verantwortlichen früh vorgesorgt und 2006 eine Kindergruppe ins Leben gerufen. Aron Tauberschmidt und Benedikt Kraft gehörten zu den Gründungsmitgliedern – und rücken seit Kurzem als gestandene Feuerwehrmänner mit der aktiven Mannschaft aus.

Heute gibt es in den 30 kommunalen Feuerwehren im Haller Landkreis zehn, die bereits Kinder im Grundschulalter aufnehmen. Die Gerabronner waren aber vor zwölf Jahren Pioniere. „Am Anfang sind wir alleine dagestanden“, erinnert Jugendwart Christian Schmidt an 2006. Es gab keine Lehrgänge, keine Materialien. „Wir haben damals Abzeichen und die Kriterien für die Löschzwerge erfunden“, erinnert sich Kommandant Matthias Trumpp.

Fünfjähriger im Löschfahrzeug

Der damals fünfjährige Benedikt Kraft und sein sechsjähriger Kamerad Aron Tauberschmidt waren gleich Feuer und Flamme – und bei der ersten Übung am 4. Februar 2006 dabei. Kein Wunder, hatte Kraft doch über seinen Onkel und Tauberschmidt über seinen Vater, beide Feuerwehrmänner, schon einiges über das spannende Ehrenamt gehört. „Wir haben aber schon gewusst, dass wir nicht gleich zu Einsätzen mitfahren durften“, erinnert sich Tauberschmidt. „Aber es wurde mit allen zumindest schon eine Runde mit dem Feuerwehrfahrzeug gedreht“, berichtet Ralf Lobpreis, der heute Kinderfeuerwehrwart ist und zur Gründungszeit dessen Stellvertreter war.

Dass sich in Gerabronn die erste Kindergruppe aller Feuerwehren im Landkreis Schwäbisch Hall gebildet hat, kommt nicht von ungefähr: „Das Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche ist hier echt super“, berichtet der Kommandant. Und obwohl man bereits mit der Gründung der Jugendfeuerwehr im Jahr 1970 im Landkreis die Nase vorn hatte, sei es deshalb nicht immer einfach gewesen, dafür auch Interessenten zu finden. „Wir haben bemerkt, dass Vereine und andere Organisationen die Kinder bereits mit zehn Jahren abgeholt hatten“, so Trumpp.

Weitere Mitglieder gesucht

Deshalb wurden die Löschzwerge gegründet. „Und es hat gleich Anfragen gegeben“, erzählt der Kommandant. Das hat sich bis heute nicht geändert. Und nur so könnten auch morgen noch die Gerabronner auf schnelle, ehrenamtliche Hilfe zählen: „Quereinsteiger gibt es nämlich heute nur noch äußerst selten“, macht er deutlich.

Derzeit gehören der Kinderabteilung 21 Stopse an, darunter sind sieben Mädchen. Die daran anschließende Jugendfeuerwehr hat 15 Mitglieder, davon fünf Mädchen. Insgesamt hat die Feuerwehr Gera­bronn über 100 Mitglieder. Interessenten werden in allen Gruppen in Gerabronn gerne aufgenommen.

Von den elf Gründungsmitgliedern der Kindergruppe haben sechs die ganzen Jahre bis zum Abschluss der Grundausbildung durchgehalten – und helfen nun ehrenamtlich, Leben und Sachwerte zu schützen. „Ein guter Schnitt“, meint Jugendwart Schmidt. Denn so manche Flamme erlischt während der Zeit. „Aber wenn sie mit 16 Jahren noch dabei sind, dann hast du sie eigentlich“, lautet seine Erfahrung.

Wie Kraft und Tauberschmidt. Dass die Feuerwehr zu ihrer Freizeit gehört, das ist für sie seit Kindertagen selbstverständlich. „Bei mir klappt das auch zeitlich, weil ich geregelte Arbeitszeiten habe. Und mein Chef unterstützt mich“, erklärt der KFZ-Mechatroniker-Azubi Kraft. „Auch meine Partnerin hat dafür Verständnis“, fügt Tauberschmidt hinzu, der gerade eine Ausbildung zum Industriemechaniker macht.

Sie haben bereits ihre ersten richtigen Einsätze hinter sich. „Mein erster war ein Scheunenbrand. Da war ich schon aufgeregt“, gibt Kraft zu. Aber es habe alles gut geklappt. Das erste Mal wurde Tauberschmidt zu einem Wohnhausbrand mit alarmiert. „Der war dann aber doch nur ein kleines Feuer“, berichtet er.

 

(QuelleText und Bild: SWP/Oliver Färber)